Eigenes schöpfen
 
Schreiben bedeutet, Eigenes zu schöpfen.
Hier können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meiner Schreibwerkstätten ausgewählte Texte veröffentlichen. Vielleicht ist auch bald ein Text von dir dabei?
 
Ohne Titel

In Chicago
hallt der Applaus noch nach
wie roter Mohn und Hanf auf
polarid getünchten Teppichen verkippt
frisch gepresster Orangensaft.
Streu Pfeffer
und Muskat darauf
und lach wie eine Giraffe.
Draußen duften die Tomaten
gleich neben der Amalie wächst das
Glück du bist wie eine Herdplatte:
Wenn man dich anstellt, entsteht Liebe.

Inga, 18 Jahre
 
Genau Schreiben
Genau Schreiben in jedem Satz
Genau Schreiben in jedem Satz ohne Fehler
Genau Schreiben in jedem Satz ohne Fehler mit viel Fantasie
Schreibgefühle

Samira, 12 Jahre

 

 

Kollektivhelden
Variation zu einem Gedicht von Nora Gomringer

Wir schwirren,
Wir eilen nicht.
Wir gehen weiter, immer zum Licht,
Wir kommen spät.
Wir verschleißen,
Wir entwischen, wieder und wieder.
Wir flirren,
Wir weinen in den Samt.
Wir löchern,
Wir fliehen vor Hölzern mit beißendem Duft.
Wir sitzen,
Wir warten in den Falten von Gewändern.
Wir stehlen uns fort,
Wir zerfallen.
Wir sind eigen in unseren Taten,
Wir sind ungeliebt, sagen die Motten.

Lise

   
Reinhold Messner, geb. 1944

Er bezwang Mt. Everest, zu Fuß durch die Antarktis,
und schlenderte dort
an einen nicht bekannten Ort -
mitten in der Finsternis.
Ein echter Abenteurer eben!

Aus einem Schreibspiel entstandenes Gemeinschaftsgedicht von Samira, Sarah und Sophie
 
Es ist sehr windig
keine Blätter mehr am Baum
Schrecklicher Regen

Hevin, 11 Jahre
  Gründuftende Sommerwiese
Gründuftende Sommerwiese mit großen grünen Bäumen
Gründuftende Sommerwiese mit großen grünen Bäumen, von denen grüne Blätter herabfallen
Grüner Sommer

Sarah, 12 Jahre
  Fließend
nass, flüssig
und feucht ist's.
Es gerinnt und fließt.
Wasser.

Maj, 12 Jahre
 
 

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte

Ein Fuchs, die Maus und der Affe waren auf dem Spielplatz, und es war eine Schaukel da. Alle sind zu der Schaukel gerannt, weil sie alle Lust zu schaukeln hatten. Der Affe und die Maus wollten aber besonders gerne schaukeln. Sie fingen an, sich zu beleidigen. Der Affe fing an zu sagen: „Du bist so klein wie ne Kakerlake, hörst du?!” „Du bist so faul wie ein Baum! Hörst du, du … du Schimpanse!” „Ich bin aber ein Affe! Falls du ja nicht gucken kannst. Und das kannst du ja nicht, brauchst ne Brille!” „Oh, eine Frechheit!”, sagte die Maus und beide setzten sich auseinander und der Fuchs hatte das Vergnügen an der Schaukel.

Nach einer Stunde kam die Maus und entschuldigte sich. Der Affe entschuldigte sich auch, und auf einmal wurde alles klar: der Fuchs war Schuld! „Er ist einfach zu diesem Spielplatz gegangen, damit wir uns streiten.” Da sind die Maus und der Affe zu dem Fuchs gegangen: „Fuchs, was soll das?!” „Was?”, antwortete der Fuchs. „Du hast das extra gemacht, damit wir uns streiten!” „Na schön, ihr spielt immer zusammen und mit mir nicht!” Trotzdem sagte der Affe: „Du kannst das nicht machen!”, und die Maus sagte: „Wir sind keine Freunde mehr!” Die Maus und der Affe sind dann gegangen und der Fuchs war traurig.

Ende

Natalia, 11 Jahre

  Bücher riechen nach Abenteuer.
Man bekommt Lust sie zu schmecken.
Man wird von ihnen süchtig.
Bücher riechen nach Abenteuer.
Sie sind die Weisesten auf der Welt.
Jeder braucht sie.
Bücher riechen nach Abenteuer.
Man bekommt Lust sie zu schmecken.

Emma, 11 Jahre
  Winter
Schneemann bauen
Karotte als Nase
Der Schneemann hat einen
Hut

Ayman, 10 Jahre
Ich mag den Herbst
Er ist bunt und windig
Es duftet nach Laub & Spaß
Ich mag den Herbst
Die Eichhörnchen sammeln Nüsse
Bald ist ihr Winterschlaf
Ich mag den Herbst
Er ist bunt & windig

Shady-Lane, 11 Jahre

Sommerferien
Heiße Sommerferien
Kalte Sommerferien
Regensommerferien
Traurige Sommerferien

Rachel, 11 Jahre

Steinsuppe

Liebes Tagebuch, ich habe mit einem Huhn, Schwein, Pferd, Ente, Schaf, Ziege, Hund habe ich ein schönes Abendessen gehabt. Das war schön, weil wir beisammen waren und die waren sehr nett und das Essen war sehr lecker. Dann war die Zeit, die ich gehen musste. Ich habe mich verabschiedet. Der Abschied war schwer, aber ich musste gehen. Alle waren traurig. Tschüss, habe ich gesagt. Dann hat die Ente gefragt: Kommst du mal wieder? Ich habe nicht geantwortet und war weg.

Rachel, 11 Jahre

 

Steinsuppe
Texte zum Bilderbuch von Anais Vaugelade

Steinsuppe

Der Wolf machte sich mit seinem Stein auf den Weg zum nächsten Dorf. Da klopfte er bei einem schönen Haus, aber der Truthahn machte nicht auf, weil er richtig dolle Angst hat. Da klopfte der Wolf drei mal, aber der Truthahn machte nicht auf. Er klopfte noch mal, da sagte der Truthahn: Wer ist da? Da sagte er: Ich bin der Wolf. Da sagte der Truthahn: Ohhh nein, der Wolf! Der Wolf klopfte nochmal. Da sagte der Truthahn: Niemand da, ich muss schlafen, tschüss!

Vivian, 11 Jahre

 

 

Hell
Ist es
Immer und hell
Ist es nur am
Tag

Vivian, 11 Jahre

 

 

Verrückt bin
Ich niemals
Verliebt bin
Ich auch nicht
Auch nicht dumm
Niemals

Vivian, 11 Jahre



Die Blätter fallen
Die Natur stirbt im Winter
Und ich leide.

Maisy, 12 Jahre

Schreiben
leichtes Schreiben
leichtes Schreiben und schweres Schreiben
leichtes Schreiben, schweres Schreiben und schöne Schrift
Gedicht

Maisy, 12 Jahre

Der Winter ist schön und kälter als der Herbst.
Die Menschen Backen Kekse.
Die Kekse schmecken und riechen gut.
Der Winter ist schön und kälter als der Herbst.
Die Menschen singen.
Die Kinder spielen Schneeballschlacht.
Der Winter ist schön und kälter als der Herbst.
Die Menschen Backen Kekse.

Maisy, 12 Jahre